PCB-integrierte Komponenten erklärt: Typen, Vorteile und Grundlagen des Designs

Cross-sectional view of a multilayer PCB with embedded components
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In der klassischen Leiterplattenentwicklung (PCB-Design) wird die Leiterplatte in erster Linie als Plattform zur Bestückung von Bauteilen und zur Herstellung elektrischer Verbindungen verstanden. Widerstände, Kondensatoren, ICs und andere elektronische Komponenten werden meist auf der Oberfläche platziert und über Kupferleiterbahnen, Vias und Lötstellen miteinander verbunden.

Doch mit dem Trend zu höherer Packungsdichte, kleineren Bauformen, höheren Datenraten und höheren Frequenzen stößt dieser klassische Ansatz zunehmend an seine Grenzen. Genau hier gewinnen die in die PCB integrierten Komponenten zunehmend an Bedeutung.

Wenn Bauteile nicht nur auf der Oberfläche, sondern auch direkt im Inneren der Leiterplatte untergebracht werden, lassen sich der Platz besser nutzen, der Integrationsgrad erhöhen und anspruchsvollere PCB-Architekturen realisieren. Dieser Beitrag erklärt, was PCB-integrierte Komponenten sind, wie sie umgesetzt werden und warum sie im modernen Leiterplattendesign eine wichtige Rolle spielen.

Was sind PCB-integrierte Komponenten?

PCB-integrierte Komponenten sind Bauteile, die entweder direkt innerhalb der Leiterplattenstruktur erzeugt oder zwischen deren Lagen eingebettet werden.

Im Unterschied zu klassischen SMD-Bauteilen auf der Oberfläche werden diese Komponenten in die Leiterplatte selbst integriert und damit Teil des Multilayer-Aufbaus. Dazu können sowohl passive Bauteile wie Widerstände, Kondensatoren und Induktivitäten als auch aktive Bauteile gehören, die für die Signalverarbeitung oder Steuerfunktionen eingesetzt werden.

Praktisch betrachtet verändern integrierte Komponenten die Rolle der Leiterplatte: aus einer reinen Verbindungsplattform wird eine funktional stärker integrierte Struktur.

Warum werden integrierte Komponenten im PCB-Design eingesetzt?

Die traditionelle Aufgabe einer Leiterplatte besteht darin, Bauteile mechanisch zu tragen und elektrisch miteinander zu verbinden. Mit der Weiterentwicklung elektronischer Systeme werden integrierte Komponenten jedoch zu einer zunehmend attraktiveren Option. Dafür gibt es mehrere zentrale Gründe.

1. Elektronische Produkte werden kleiner und leistungsfähiger

Elektronische Geräte werden laufend kompakter; gleichzeitig steigt ihr Funktionsumfang. Die verfügbare Oberfläche ist begrenzt, und mit zunehmender Bauteildichte werden Platzierung und Routing deutlich anspruchsvoller. Komponenten in die Leiterplatte zu verlagern, ist daher ein wirksamer Weg, die Integrationsdichte zu erhöhen.

2. Die Signalgeschwindigkeiten steigen weiter

Mit höheren Signalgeschwindigkeiten werden lange Verbindungswege und parasitäre Effekte zunehmend problematisch. Werden Bauteile näher an die zugehörige Schaltung innerhalb der Leiterplatte integriert, lassen sich elektrische Pfade verkürzen und die Leistung verbessern.

3. Hochfrequenzanwendungen nehmen zu

Hochfrequenzschaltungen reagieren besonders empfindlich auf die PCB-Struktur und das Layout. Im Vergleich zu konventionellen SMD-Designs bieten integrierte Komponenten mehr Flexibilität und können die lokale elektrische Leistung verbessern.

4. Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit steigen

In Anwendungen mit hohen Zuverlässigkeitsanforderungen können integrierte Komponenten die Anzahl freiliegender Bauteile und oberseitiger Lötstellen reduzieren. Das unterstützt kompaktere und mechanisch robustere Systeme.

Grundbegriffe rund um PCB-integrierte Komponenten

Um das Thema richtig einzuordnen, lohnt sich zunächst ein Blick auf einige grundlegende Begriffe.

1. Komponente

Eine Komponente ist ein grundlegender Baustein eines elektrischen oder elektronischen Systems und unerlässlich für die Funktion einer Schaltung.

2. Passive Komponente

Passive Komponenten umfassen Widerstände, Kondensatoren und Induktivitäten. Sie beeinflussen das Strom-, Spannung-, Impedanz- oder Frequenzverhalten einer Schaltung, liefern jedoch keine Strom- oder Spannungsverstärkung.

3. Aktive Komponente

Aktive Komponenten können Verstärkung bereitstellen oder Funktionen wie Verstärken, Treiben, Steuern oder Signalverarbeitung übernehmen.

4. Integrierte Komponente

Eine integrierte Komponente ist ein Bauteil, das innerhalb eines Verbindungssubstrats erzeugt oder darin eingebettet wird. Sie kann passiv oder aktiv sein.

Die zwei Hauptarten integrierter Komponenten im PCB-Design

Aus technischer Sicht lassen sich integrierte Komponenten im PCB-Design im Wesentlichen in zwei Gruppen unterteilen: geformte und eingebettete Komponenten.

Formed vs embedded PCB components comparison diagram

1. Geformte integrierte Komponenten

Diese Komponenten werden während der PCB-Fertigung direkt hergestellt. Sie werden also zunächst nicht als eigenständige Bauteile hergestellt und anschließend eingebracht. Stattdessen werden PCB-Materialien und Fertigungsprozesse genutzt, um Widerstands-, Kapazitäts- oder Induktivitätsfunktionen direkt auf der Leiterplatte zu realisieren.

Beispiele dafür sind:

  • Einsatz resistiver Materialien zur Realisierung integrierter Widerstände
  • Nutzung von Kupferlagen und Dielektrika zur Realisierung integrierter Kondensatoren
  • Verwendung von Spulenstrukturen in Innenlagen zur Realisierung integrierter Induktivitäten

Dieser Ansatz steht in engem Zusammenhang mit der Technologie integrierter passiver Bauelemente, insbesondere wenn passive Funktionen direkt in die Leiterplattenstruktur integriert werden.

2. Eingebettete diskrete Komponenten

Dabei handelt es sich um eigenständige Bauteile, die jedoch nicht auf der Leiterplattenoberfläche montiert werden. Stattdessen werden sie zwischen PCB-Lagen platziert und anschließend durch Laminations- und Verbindungsschritte in die Leiterplatte eingebettet.

Beispiele dafür sind:

  • Einbetten von SMT-Widerständen in Innenlagen
  • Einbetten von SMT-Kondensatoren in Innenlagen
  • Einbetten bestimmter aktiver Bauteile oder Module in die Leiterplatte

Einfach ausgedrückt:

  • Geformt bedeutet: Die Funktion wird direkt in die Leiterplatte integriert.
  • Eingebettet bedeutet, dass das Bauteil selbst in die Leiterplatte eingesetzt wird.

In einem typischen Multilayer-Querschnitt können aktive integrierte Komponenten, passive integrierte Komponenten und sogar Module mit integrierten Funktionen vorkommen. Das zeigt: PCB-integrierte Komponenten sind nicht einfach nur Bauteile, die in der Leiterplatte „versteckt“ werden. Sie sind Teil eines umfassenderen Designansatzes, in dem Struktur, Materialien und Fertigungsprozesse eng miteinander zusammenwirken.

Cross-sectional view of a multilayer PCB with embedded components

Wie werden PCB-integrierte Komponenten umgesetzt?

PCB-integrierte Komponenten beruhen nicht auf einer einzigen Methode. In der modernen Leiterplattenfertigung kommen mehrere Umsetzungswege zum Einsatz.

1. Einbetten von SMT-Komponenten in Innenlagen

Ein gängiger Ansatz besteht darin, SMT-Widerstände, SMT-Kondensatoren und ähnliche Bauteile direkt in den Innenlagen der Leiterplatte zu platzieren. Das zeigt, dass sich diese Technologie nicht nur auf direkt in der Leiterplatte realisierbare Funktionen beschränkt, sondern auch mit Standardbauteilen umgesetzt werden kann.

2. Erzeugung einer Widerstandsfunktion mit speziellen Materialien

Statt eines fertigen Widerstands lässt sich auch direkt innerhalb der Leiterplatte eine resistive Struktur erzeugen. Dazu kann beispielsweise ein Widerstandsmuster in eine resistive Materiallage geätzt und anschließend mit dem restlichen Schaltungsnetz verbunden werden.

Das bedeutet: Der Widerstand muss nicht zwingend aus einem separaten Chip-Widerstand stammen, sondern kann auch direkt als integrierter Widerstand in die Leiterplatte integriert werden.

3. Erzeugung einer Kapazitätsfunktion mit dünnen Dielektrika

Auch Kapazität kann innerhalb der Leiterplatte erzeugt werden. Das Grundprinzip ist einfach: Werden zwei leitfähige Lagen durch ein dünnes Dielektrikum getrennt, entsteht eine Kapazität.

Durch die Kontrolle von Kupferfläche, Dielektrikumsdicke und Lagenabstand können integrierte Kondensatoren direkt in die Struktur der Leiterplatte eingebaut werden.

4. Erzeugung einer Induktivität mit Kupferspulen in Innenlagen

Wird in einer Innenlage eine geeignete Kupferspulenstruktur vorgesehen, kann sie ein induktives Verhalten erzeugen. Auf diese Weise lassen sich bestimmte Induktivitätsfunktionen als integrierte Induktivitäten in die Leiterplatte einbringen, statt ausschließlich auf diskrete externe Induktivitäten zu setzen.

Warum integrierte Komponenten so wichtig sind

Traditionell wurde eine Leiterplatte vor allem als mechanischer Träger und als elektrische Verbindungsplattform betrachtet. PCB-integrierte Komponenten verändern diese Sichtweise, indem sie die Leiterplatte zu einer stärker funktional integrierten Plattform machen.

In einem solchen Design übernimmt die Leiterplatte mehr als nur das Verbinden von Bauteilen. Sie kann außerdem:

  • integrierten Widerstand bereitstellen
  • integrierte Kapazität bereitstellen
  • integrierte Induktivität bereitstellen
  • aktive oder passive Bauteile intern aufnehmen
  • gemeinsam mit dem Multilayer-Aufbau Teil eines funktionalen Moduls sein

Genau das ist einer der wichtigsten Gedanken hinter integrierten Komponenten in der PCB-Technologie.

Vorteile PCB-integrierter Komponenten gegenüber klassischen SMD-Designs

PCB-integrierte Komponenten stoßen deshalb auf großes Interesse, weil sie in bestimmten Anwendungen einen höheren Integrationsgrad und bessere elektrische Eigenschaften ermöglichen.

1. Sie sparen Oberflächenfläche

Werden Komponenten in die Leiterplatte verlagert, wird auf der Oberfläche Platz für kritische Bauteile, Steckverbinder oder Routing frei.

2. Sie erhöhen die Layoutdichte

Wenn Komponenten in die Leiterplatte integriert sind, lässt sich mehr Funktionalität auf derselben Fläche unterbringen. Das ist besonders bei kompakten Produkten von Vorteil.

3. Sie verkürzen Signalwege

Komponenten, die näher an der zugehörigen Schaltung liegen, bedeuten in der Regel kürzere Verbindungswege. Das hilft, parasitäre Effekte zu reduzieren.

4. Sie können die High-Speed- und Hochfrequenz-Performance verbessern

In High-Speed- und Hochfrequenzdesigns können kürzere elektrische Wege und kompaktere Strukturen die lokale Performance verbessern.

5. Sie erhöhen den Integrationsgrad des Gesamtsystems

Integrierte Komponenten im PCB-Design sorgen dafür, dass die Leiterplatte mehr tut als nur Bauteile zu tragen. Die PCB selbst wird Teil der Schaltungsfunktion und unterstützt damit eine stärkere Miniaturisierung.

Benefits of PCB embedded components infographic

Grenzen integrierter Komponenten im PCB-Design

Trotz ihrer Vorteile sind PCB-integrierte Komponenten nicht für jedes Projekt die richtige Lösung.

1. Die Fertigung ist komplexer

Im Vergleich zu Standard-Multilayern erfordern Designs mit integrierten Komponenten eine präzisere Kontrolle der Laminierung, Ausrichtung, Dicken und Materialverträglichkeit.

2. Test und Nacharbeit sind schwieriger

Fällt ein oberflächenmontiertes Bauteil aus, kann es häufig ersetzt werden. Ist ein Bauteil jedoch im Inneren der Leiterplatte eingebettet, werden Inspektion und Reparatur deutlich schwieriger.

3. Die Kosten sind meist höher

Da Design und Fertigung aufwendiger sind, eignen sich PCB-integrierte Komponenten meist eher für hochintegrierte, leistungsstarke oder spezialisierte Produkte als für Standard-PCBs.

So lässt sich „geformt“ und „eingebettet“ schnell unterscheiden

Diese beiden Begriffe werden leicht verwechselt; der Unterschied ist jedoch recht einfach.

Geformt

„Geformt“ bedeutet, dass die Funktion des Bauteils direkt während der PCB-Fertigung entsteht.

Beispiele:

  • Einsatz eines resistiven Materials zur Erzeugung eines Widerstands
  • Einsatz von Kupferlagen und dünnem Dielektrikum zur Erzeugung eines Kondensators
  • Einsatz von Spulenmustern in Innenlagen zur Erzeugung einer Induktivität

Eingebettet

„Eingebettet“ bedeutet, dass ein bereits vorhandenes, eigenständiges Bauteil zwischen den PCB-Lagen platziert wird.

Beispiele:

  • Einbetten eines SMT-Widerstands in eine Innenlage
  • Einbetten eines SMT-Kondensators in eine Innenlage
  • Einbetten bestimmter aktiver Bauteile in die Leiterplatte

Eine einfache Merkhilfe:

  • Geformt = durch den Prozess erzeugt
  • Eingebettet = als Bauteil eingesetzt

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Klassische Leiterplatten dienen vor allem als Plattform für die Bauteilmontage und die elektrischen Verbindungen.
  • PCB-integrierte Komponenten verlagern ausgewählte Bauteile in das Innere der Leiterplatte statt ausschließlich auf deren Oberfläche.
  • Diese Komponenten können passiv oder aktiv sein.
  • Es gibt zwei grundlegende Umsetzungswege:
    • Geformt: elektrische Funktionen entstehen direkt durch PCB-Materialien und Fertigungsprozesse
    • Eingebettet: diskrete Bauteile werden zwischen PCB-Lagen platziert
  • Typische Beispiele sind integrierte Widerstände, integrierte Kondensatoren, integrierte Induktivitäten sowie in Innenlagen eingebrachte SMT-Komponenten.
  • Gegenüber klassischen SMD-Designs können integrierte Komponenten die Flächennutzung verbessern, den Integrationsgrad erhöhen und die elektrischen Pfadlängen reduzieren.
  • Der Nachteil liegt in der höheren Komplexität des Designs und der Fertigung.

Fazit

PCB-integrierte Komponenten sind mehr als nur ein Trend im elektronischen Packaging. Sie stehen für einen grundlegenderen Wandel darin, wie Leiterplatten entwickelt und eingesetzt werden.

Durch die Integration passiver und aktiver Komponenten direkt in die Leiterplatte können Entwickler die Flächeneffizienz verbessern, die funktionale Dichte erhöhen und fortschrittlichere PCB-Architekturen realisieren. Das lässt sich entweder durch das Einbetten diskreter Bauteile oder durch die direkte Integration elektrischer Funktionen in die Leiterplattenstruktur umsetzen.

Da sich die Elektronik weiter in Richtung kleinerer, schnellerer und stärker integrierter Systeme entwickelt, werden integrierte Komponenten im PCB-Design auch künftig ein wichtiges Thema für Ingenieurinnen, Ingenieure und PCB-Designer bleiben.

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